Anionenlücke (Anion Gap) Rechner: Metabolische Azidose
Berechnen Sie die Serum-Anionenlücke mit oder ohne Kalium. Essenzielles klinisches Tool zur Diagnose der metabolischen Azidose (MUDPILES).
Die Anionenlücke (Anion Gap): Metabolische Azidose verstehen
Die Serum-Anionenlücke ist ein grundlegender biochemischer Parameter in der Notfallmedizin, Intensivmedizin und Nephrologie. Sie stellt die künstliche Differenz zwischen den routinemäßig gemessenen Kationen (positiven Ionen) und Anionen (negativen Ionen) im Blutplasma dar.
Warum wird die Anionenlücke klinisch berechnet?
Wird mittels Blutgasanalyse eine metabolische Azidose diagnostiziert, ist die Berechnung der Anionenlücke der entscheidende erste Schritt zur Bestimmung der Ätiologie:
- Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (normochlorämisch): Zeigt eine Akkumulation ungemessener organischer Säuren an. Die Ursachen werden durch das englische Akronym MUDPILES zusammengefasst.
- Azidose mit normaler Anionenlücke (hyperchlorämisch): Zeigt einen Bicarbonatverlust an, der durch einen Anstieg von Chlorid kompensiert wird (z. B. bei schweren Durchfällen oder renal-tubulärer Azidose).
Die Bedeutung von Albumin (Korrigierte Anionenlücke)
Serumalbumin macht den Großteil der ungemessenen Anionen aus. Bei einem kritisch kranken Patienten mit Hypoalbuminämie ist die berechnete Anionenlücke fälschlicherweise normal. Hier muss die korrigierte Anionenlücke verwendet werden: Addieren Sie 2,5 mEq/L zur Anionenlücke für jeden Abfall des Albumins um 1 g/dL unter 4 g/dL.
Klinische Interpretation und Normalwerte
| Verwendete Formel | Normalwert | Bedeutung bei Erhöhung |
|---|---|---|
| Ohne Kalium Na⁺ - (Cl⁻ + HCO₃⁻) |
8 - 12 mEq/L | Vorhandensein organischer Säuren (MUDPILES) |
| Mit Kalium (Na⁺ + K⁺) - (Cl⁻ + HCO₃⁻) |
12 - 16 mEq/L | Vorhandensein organischer Säuren (MUDPILES) |
Wissenschaftliche Referenzen:
1. Emmett M, Narins RG. Clinical use of the anion gap. Medicine (Baltimore). 1977;56(1):38-54.
[Medicine Journal]
2. Kraut JA, Madias NE. Serum anion gap: its uses and limitations in clinical medicine. Clin J Am Soc Nephrol. 2007;2(1):162-74.
[CJASN - Nephrology]
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