SAPS II Score
Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung und Vorhersage der Mortalität auf der Intensivstation.
Bitte wählen Sie den am stärksten abweichenden Wert, der in den ersten 24 Stunden der Aufnahme gemessen wurde.
Der SAPS II Score: Eine Säule der Intensivmedizin
Der Simplified Acute Physiology Score (SAPS II) wurde 1993 von Le Gall und Kollegen entwickelt, um den Schweregrad der Erkrankung von Patienten auf Intensivstationen (ICU) zu beurteilen. Basierend auf einer großen europäischen und nordamerikanischen Kohorte hat er sich zu einem der weltweit am häufigsten verwendeten prognostischen Bewertungssysteme entwickelt und ergänzt oft den APACHE II Score.
Prinzipien und klinische Anwendung
Der SAPS II besteht aus 15 Variablen (12 physiologische Variablen, Alter, Art der Aufnahme und Grunderkrankungen). Die Grundregel für die Berechnung besteht darin, die am stärksten abweichenden Werte aus den ersten 24 Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation zu verwenden. Dieser Score wird verwendet, um:
- Die Bewertung der klinischen Schwere bei kritisch kranken Patienten zu standardisieren.
- Das Risiko der Krankenhausmortalität mithilfe einer logistischen Regressionsgleichung mit hoher Genauigkeit vorherzusagen.
- Die Leistung und Ergebnisse verschiedener Intensivstationen für Forschungs- und Qualitätskontrollzwecke zu vergleichen.
Warnung zur Interpretation
Obwohl der SAPS II einen geschätzten Prozentsatz der Mortalität liefert, darf nicht vergessen werden, dass er entwickelt wurde, um die Mortalität innerhalb einer Population zu bewerten, und nicht, um individuelle klinische oder ethische Entscheidungen (wie z.B. Therapiezieländerung) für einen spezifischen Patienten zu diktieren. Darüber hinaus führen Fortschritte in der Intensivmedizin oft dazu, dass die tatsächliche Mortalität niedriger ist als die vom ursprünglichen Score vorhergesagte.
Wissenschaftliche Referenzen:
1. Le Gall JR, Lemeshow S, Saulnier F. A new Simplified Acute Physiology Score (SAPS II) based on a European/North American multicenter study. JAMA. 1993;270(24):2957-63. [NIH - PubMed]
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