Parkland-Formel: Flüssigkeitstherapie bei Verbrennungen

Berechnen Sie den intravenösen Flüssigkeitsbedarf für Verbrennungspatienten in 24h mit der Parkland-Formel (4 ml/kg/%KOF). Essenzielles klinisches Tool.

Körpergewicht
70 KG
Verbrannte Körperoberfläche (KOF %)
Verwenden Sie die Neunerregel nach Wallace zur Flächenschätzung (z.B. Arm = 9%, Bein = 18%). Nur Verbrennungen 2. und 3. Grades einbeziehen.
15 %

Die Parkland-Formel: Volumensubstitution in der Notfallmedizin

Die Parkland-Formel (auch als Baxter-Formel bekannt) ist die weltweit am häufigsten angewandte Standardmethode in Notaufnahmen und Intensivstationen, um den intravenösen Flüssigkeitsbedarf von Schwerverbrannten in den ersten 24 Stunden nach dem Trauma zu berechnen.

Wie funktioniert die exakte Berechnung?

Die klassische Formel empfiehlt 4 ml Ringer-Laktat pro Kilogramm Körpergewicht, multipliziert mit dem Prozentsatz der verbrannten Gesamtkörperoberfläche (KOF). Die zeitliche Verteilung ist entscheidend:

  • Die ersten 8 Stunden: 50 % des berechneten Gesamtvolumens müssen innerhalb von 8 Stunden ab dem Zeitpunkt der Verbrennung (nicht ab Eintreffen im Krankenhaus) infundiert werden.
  • Die folgenden 16 Stunden: Die restlichen 50 % werden kontinuierlich über die nächsten 16 Stunden verabreicht.
  • Flächenbewertung (LSI): Nur drittgradige und zweitgradige Verbrennungen werden berücksichtigt. Ein Sonnenbrand (1. Grad) wird von der Flüssigkeitsberechnung ausgeschlossen.

Monitoring und klinische Anpassung

Die Parkland-Formel ist lediglich ein Ausgangspunkt. Die Flüssigkeitsgabe (Volumentherapie) muss immer an die physiologische Reaktion des Patienten angepasst (titriert) werden. Das primäre klinische Ziel ist die Aufrechterhaltung einer Diurese (Urinausscheidung) zwischen 0,5 und 1,0 ml/kg/Stunde bei Erwachsenen.

Flächenschätzung (Neunerregel nach Wallace - Erwachsene)

Anatomische Region Prozentsatz (%)
Kopf und Hals (gesamt) 9 %
Jeder Arm (gesamt) 9 % (Total 18%)
Rumpf anterior (Vorderseite) 18 %
Rumpf posterior (Rücken) 18 %
Jedes Bein (gesamt) 18 % (Total 36%)
Perineum / Genitalien 1 %
Verfasst von : Dr. NEZZAR NARIMANE (Allgemeinchirurg)
Veröffentlicht am : 11-04-2026
Zuletzt aktualisiert :

Wissenschaftliche Referenzen:

1. Baxter CR. Fluid volume and electrolyte changes of the early postburn period. Clin Plast Surg. 1974;1(4):693-703. [ScienceDirect]
2. ISBI Practice Guidelines Committee. ISBI Practice Guidelines for Burn Care. Burns. 2016;42(6):953-1021. [ISBI Guidelines]

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