ASPECTS Score Rechner: Akuter ischämischer Schlaganfall
Berechnen Sie den ASPECTS-Score online. Das radiologische Goldstandard-Tool in der Neurologie zur Beurteilung des ischämischen Schlaganfalls und zur Steuerung der Thrombolyse.
Der ASPECTS-Score: Radiologische Beurteilung des akuten ischämischen Schlaganfalls
Der im Jahr 2000 von der Forschungsgruppe des Alberta Stroke Program veröffentlichte ASPECTS (Alberta Stroke Program Early CT Score) hat sich zum absoluten klinischen und radiologischen Goldstandard in der Notfallmedizin und Neuroradiologie entwickelt. Er wird verwendet, um das Ausmaß früher ischämischer Veränderungen in einer nativen (ohne Kontrastmittel) Computertomographie (CT) des Gehirns topographisch und quantitativ zu beurteilen. Der Score ist speziell für Patienten konzipiert, die sich mit einem akuten ischämischen Schlaganfall im ausgedehnten Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media (MCA / ACM) vorstellen.
Wie funktioniert die Berechnung des ASPECTS-Scores?
Das zugrundeliegende Prinzip ist unkompliziert, aber hocheffektiv: Der Basiswert beträgt immer 10 Punkte, was einem streng normalen CT-Scan ohne sichtbare Zeichen einer Ischämie entspricht. Der Neuroradiologe oder Neurologe zieht dann für jede anatomische Region der MCA, die frühe Anomalien aufweist (wie fokale Hypodensität, zytotoxisches Ödem, das zu einer Verstreichung der kortikalen Sulci führt, oder Verlust der Differenzierung zwischen kortikaler grauer und darunterliegender weißer Substanz), 1 Punkt ab. Die 10 Regionen verteilen sich auf zwei Ebenen axialer Schnitte:
- Ganglionäre Ebene: Umfasst den Nucleus caudatus (C), den Nucleus lentiformis (L), die Capsula interna (IC), die Inselrinde (I) sowie die anterioren (M1), lateralen (M2) und posterioren (M3) kortikalen Territorien.
- Supraganglionäre Ebene: Umfasst die kortikalen Territorien, die sich direkt oberhalb der Basalganglien auf Höhe der Corona radiata (M4, M5, M6) befinden.
Therapeutische Bedeutung (Thrombolyse und Thrombektomie)
Der ASPECTS-Score ist ein entscheidender Faktor bei lebensrettenden Notfallentscheidungen. Ein hoher Score (zwischen 8 und 10) deutet auf einen kleinen Ischämiekern hin und identifiziert somit Patienten, die den maximalen Nutzen aus einer Rekanalisationstherapie ziehen, sei es durch intravenöse Thrombolyse (z. B. Alteplase oder Tenecteplase) oder mechanische Thrombektomie. Umgekehrt weist ein Score ≤ 7 (und insbesondere ein Score < 6) auf einen ausgedehnten Hirninfarkt hin. Historisch gesehen wurden diese Patienten aufgrund eines prohibitiven Risikos einer fatalen hämorrhagischen Transformation streng von Reperfusionsprotokollen ausgeschlossen. Jüngste hochrangige klinische Studien (wie SELECT2 und RESCUE-Japan) haben jedoch gezeigt, dass sorgfältig ausgewählte Patienten mit einem niedrigen ASPECTS-Score (3 bis 5) unter Umständen dennoch einen signifikanten funktionellen Nutzen aus einer mechanischen Thrombektomie ziehen können.
Klinische Interpretation des ASPECTS-Scores
| Score | Ausdehnung des Infarkts | Prognose und Maßnahme |
|---|---|---|
| 10 | Normales CT (Keine sichtbare Ischämie) | Hervorragender Kandidat für Reperfusion |
| 8 - 9 | Minimaler Infarkt (Wenige Regionen betroffen) | Günstige Prognose mit Behandlung |
| 6 - 7 | Mäßiger Infarkt (Deutliche Frühzeichen) | Individuelle Expertenbeurteilung erforderlich |
| 0 - 5 | Ausgedehnter Infarkt (Großer Ischämiekern) | Sehr hohes Blutungsrisiko |
Wissenschaftliche Referenzen:
1. Barber PA, et al. Validity and reliability of a quantitative computed tomography score in predicting outcome of hyperacute stroke before thrombolytic therapy. ASPECTS Study Group. The Lancet. 2000.
[PubMed - NIH]
2. Powers WJ, et al. (AHA/ASA). Guidelines for the Early Management of Patients With Acute Ischemic Stroke: 2019 Update. Stroke. 2019.
[PubMed - AHA]
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